Vitamin-B12-Mangel: Sieben Mythen und die Fakten

csm_woerwagpharma-B12-Mythen_9e640b2ae5.jpg

Rund um den Vitamin-B12-Mangel ranken sich viele Mythen. Sie betreffen unter anderem Risikogruppen, Symptome und die Behandlung. Lesen Sie hier die Fakten.

Mythos 1: Nur Veganer sind von einem Vitamin-B12-Mangel betroffen.

Korrekt ist, dass bei veganer Ernährungsweise das Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel sehr hoch ist, da pflanzliche Nahrung nahezu kein Vitamin B12 enthält. Aber auch Menschen, die tierische Lebensmittel verzehren, sind häufig betroffen - insbesondere mit zunehmendem Alter - aufgrund von alters-, krankheits- und medikamentös bedingten Resorptionsstörungen1. So haben beispielsweise Personen, die langfristig Protonenpumpenhemmer oder Metformin einnehmen, ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel2,3. Etwa jeder dritte mit Metformin behandelte Patient entwickelt einen Vitamin-B12-Mangel.3

Weitere Informationen zu Risikogruppen 

Mythos 2: Der Vitamin-B12-Mangel ist eine Bagatelle.

Auch wenn die ersten Symptome eines Vitamin-B12-Mangels wie Müdigkeit und Erschöpfung meist unspezifisch sind und harmlos erscheinen, können bei fehlender Behandlung gravierende Folgen entstehen. Sie reichen von hämatologischen Störungen bis hin zu teils irreversiblen neurologischen Schäden4. Ein Vitamin-B12-Mangel sollte daher auf jeden Fall frühzeitig therapiert werden.

Weitere Informationen zu Mangel-Symptomen und Folgen 

Mythos 3: Der Mangel zeigt sich immer durch Blutbildungsstörungen.

Auch wenn diese Ansicht verbreitet ist, stimmt sie nicht. Häufig sind neurologische Auffälligkeiten die ersten oder einzigen Manifestationen des Mangels. Diese können isoliert von hämatologischen Veränderungen auftreten6. Ein kleines Blutbild eignet sich daher nicht zur Diagnose oder zum Ausschluss eines Mangels. Zuverlässiger ist die Messung von Vitamin-B12-Markern im Blut wie Holo-Transcobalamin und Methylmalonsäure.

Weitere Informationen zur Diagnostik 

Mythos 4: Bei Resorptionsstörungen sind nur Injektionen wirksam.

Das ist ein Irrtum. In Studien hat sich die Einnahme hochdosierter Tabletten mit 1.000 µg Vitamin B12 als effektiv erwiesen – auch bei Resorptionsstörungen7-9. Bei entsprechend hoher oraler Dosierung kann ein relevanter Anteil des Vitamin B12 passiv durch Diffusion über die Darmschleimhaut resorbiert werden – unabhängig vom Intrinsic Factor, der für die aktive Resorption erforderlich ist. 

Weitere Informationen zur Therapie 

Mythos 5: Ob Arzneimittel oder Nahrungsergänzungs­mittel, das ist egal.

Tatsächlich bestehen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln entscheidende Unterschiede: Nur Arzneimittel sind zur Therapie eines Vitamin-B12-Mangels zugelassen, da sie - im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln - über die erforderlichen behördlichen Prüfungen im Hinblick auf Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit verfügen. Nahrungsergänzungsmittel zählen zu den Lebensmitteln. Sie sind lediglich dazu bestimmt, die Ernährung einer gesunden Person zu ergänzen, sind aber keinesfalls zur Therapie eines Mangels geeignet.

Mythos 6: Bei der Supplementation von Vitamin B12 kommt es auf die Cobalamin-Form an.

Wie wissenschaftlich nachgewiesen wurde, spielt es keine Rolle, welche Vitamin-B12-Form zugeführt wird. Denn im Körper werden sie zunächst alle in die Grundform des Cobalamins umgewandelt, bevor sie am Wirkort in eine der beiden aktiv wirkenden Formen, Methylcobalamin und Adenosylcobalamin, umgebaut werden. Cyanocobalamin ist besonders stabil und wird daher in Arzneimitteln verwendet5.

Mythos 7: Ist der Vitamin-B12-Mangel behoben, ist das Problem erledigt.

Auch das stimmt in der Regel nicht. Je nach Ursache kann die Behandlung mit Vitamin B12 dauerhaft erforderlich sein. Liegt dem Vitamin-B12-Mangel beispielsweise eine Resorptionsstörung zugrunde, etwa durch einen Mangel an Intrinsic Factor oder eine medikamentöse Therapie, kann sich nach Absetzen der Supplemente wieder ein Mangel entwickeln.

Weiteres Praxisrelevantes Wissen über den Vitamin-B12-Mangel finden Sie hier

Literatur:
1 Conzade R et al. Prevalence and Predictors of Subclinical Micronutrient Deficiency in German Older Adults: Results from the Population-Based KORA-Age Study. Nutrients 2017; 9 (12):1276; doi:10.3390/nu9121276
2 Lam JR, Schneider JL, Zhao W et al.: Proton Pump Inhibitor and Histamine 2 Receptor Antagonist Use and Vitamin B12 Deficiency. JAMA 2013; 310 (22): 2435–2442
3 Chapman LE et al. Association between metformin and vitamin B12 deficiency in patients with type 2 diabetes: A systematic review and meta-analysis. Diabetes Metab 2016 Nov; 42 (5): 316–327
4 Stabler SP: Vitamin B12 Deficiency. N Engl J Med 2013; 368: 149–160
5 Obeid R et al. Cobalamin coenzyme forms are not likely to be superior to cyano- and hydroxyl-cobalamin in prevention or treatment of cobalamin deficiencyMol. Nutr. Food Res. 2015, 59, 1364–1372
6 Green R et al.: Vitamin B12 Deficiency. Nature Reviews 2017; 3: 17041; doi:10.1038/nrdp.2017.40
7 Wang et al. Cochrane Database Syst Rev 2018 March 15; 3 (3): CD004655
8 Andrès E, Zulfiqar A-A, Serraj K, Vogel T, Kaltenbach G: Systematic Review and Pragmatic Clinical Approach to Oral and Nasal Vitamin B12 (Cobalamin) Treatment in Patients with Vitamin B12 Deficiency Related to Gastrointestinal Disorders. J Clin Med 2018; 7 (10): 304
9 Didangelos T et al. Vitamin B12 Supplementation in Diabetic Neuropathy: A 1-Year, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Nutrients 2021, 13, 395; doi.org/10.3390/nu13020395
10 Eussen et al. Arch Intern Med 2005 May 23; 165 (10): 1167–1172

Pflichttext:

B12 Ankermann®. Wirkstoff: Cyanocobalamin 1000 μg (Vitamin B12). Zusammensetzung: 1 überzogene Tabl. enth.: Arzneil. wirks. Bestandt.: Cyanocobalamin (Vitamin B12) 1000 μg. Sonst. Bestandt.: Povidon K30, Stearinsäure (Ph. Eur.) [pflanzlich], Montanglycolwachs, Lactose-Monohydrat, Saccharose, Arabisches Gummi (getrocknete Dispersion), Talkum, Calciumcarbonat, Titandioxid, Weißer Ton, Macrogol 6000, Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph. Eur.), Natriumdodecylsulfat, Croscarmellose-Natrium, Hypromellose 15 mPa*s, Hydroxypropylcellulose (Ph. Eur.). Anwendungsgebiete: Behandlung von Vit.-B12-Mangelzuständen, d. durch Mangelernährung verursacht werden, Behandlung (Erhaltungstherapie) von Vit.-B12-
Mangelsyndromen, z. B. infolge einer beeinträchtigten Resorption von Vit. B12 (z. B. infolge atrophischer Gastritis, entzündlicher Darmerkrankung, Zöliakie, totaler o. partieller Gastrektomie, Ileumresektion, Magenbypass o. anderer bariatrischer Operationen, langfristiger Einnahme von H2-Histamin-Rezeptorblockern, Protonenpumpenhemmern, Aminosalicylaten u. Metformin), dauerhafte Behandl. einer durch Vit.-B12-Mangel induzierten perniziösen Anämie bzw. neurolog. Symptome erfolgt zu Beginn parenteral bis zur Normalisierung d. Blutwerte. B12 Ankermann® wird angew. bei Erw. Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit ggü. Cyanocobalamin od. einem d. sonst. Bestandt. B12 Ankermann® darf nicht zur Behandlung einer megaloblastischen Anämie angewendet werden, d. ausschließl. durch einen Folsäuremangel verursacht wird. B12 Ankermann® darf bei Pat. nicht angewendet werden, d. sich einer Cyanid-Entgiftung unterziehen müssen (z. B. Pat. mit einer Tabakbedingten Amblyopie od. retrobulbärer Neuritis bei perniziöser Anämie). In diesen Fällen muss ein anderes Cobalamin-Derivat verabreicht werden. Pat. mit B12-Mangel, bei denen das Risiko einer Leberschen Optikusatrophie besteht, dürfen zur Behandl. eines B12-Mangels nicht mit Cyanocobalamin behandelt werden. B12 Ankermann® darf bei Pat. mit einer du. Tabak od. Alkohol bedingten Amblyopie nicht angewendet werden. Nebenwirkungen: Gelegentlich: Schwere Überempfindlichkeitsreakt., d. sich in Form von Nesselsucht, Hautausschlag od. Juckreiz an großen Körperbereichen manifestieren können. Häufigkeit nicht bekannt: akneähnliche Hautreakt., Blasenbildung, Fieber. Nähere Informationen s. Fachinformation! Apothekenpflichtig. Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, 71034 Böblingen. Stand: 01/2025 

Bei Ihrer Anmeldung ist ein Fehler aufgetreten. Bitte probieren Sie es später noch einmal.
Vorgang erfolgreich. Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung erneut in Ihrem E-Mail Postfach.
close

Pflichtfeld

logo